Die Dettelbacher Muskatzinen

mit Thomas Dauenhauer die geheime Spezialität von Dettelbach entdecken.

Zimt, Nelken und Muskatnuss – wenn man die urige Backstube von Thomas Dauenhauer betritt, weht ein feinwürziger Duft von Weihnachten um die Nase. 

 

Doch es ist Sommer in Dettelbach und das, was da vermengt mit Honig, Zucker und Nüssen in den Öfen bäckt, ist eine Allzeit-Leckerei: die Dettelbacher Muskatzine. 

 

Jede Woche produziert der dreifache Vater im Café Kehl rund 150 Kilo des beliebten Lebkuchengebäcks, das er in Frankens ältester Konditorei anbietet – natürlich auch digital über seinen Online-Shop, weshalb die kleinen Köstlichkeiten bis nach New York geschifft werden.

 

Die „Lebküchnerei und Wachszieherei des Hans Viernickel“ in einer Gasse der historischen Altstadt, erstmals urkundlich erwähnt 1686, führt Thomas in zwölfter Generation. Auch seine Sprösslinge bereiten sich bereits darauf vor, die Traditionskonditorei eines Tages zu übernehmen. Und mit ihr das Muskatzinen-Rezept, das die Konditoren des Weinstädtchens über 200 Jahre lang bewahrt haben und seit 1998 sogar patentiert ist.

 

1805 sah sich der Zuckerbäcker Urban Degen mit einer Überzahl an Pilgern konfrontiert und entwickelte mit der handlichen Muskatzine ein einfach zu transportierendes, nahrhaftes und stabiles Wallfahrtsgebäck.

 „Damals wie heute gilt: Neues verkauft sich gut“, erklärt sich Thomas die rasche Popularität der Muskatzinen. Durch ihre namensgebende Hauptzutat, der Muskatnuss, dämpfen sie praktischerweise auch die Folgen eines übermäßigen Weingenusses und passen damit zu jedem Frankenwein, solange er nicht zu süß ist. Auf dem Totenbett verriet Degen seinen Dettelbacher Zunftkameraden das Erfolgsrezept, die es bis heute in Ehren halten.

 

Auch wenn ihm heute Teig- und Gebäckformmaschine die Produktion erleichtern, die handgeschnitzten Holzmodel hat Thomas noch immer griffbereit. Das charakteristische Aussehen gleicht einer stilisierten gefältelten Krawattenschleife, wie sie der Muskatzinen-Erfinder gerne zu tragen pflegte. Einen Tipp hat der Konditor noch parat, falls die Gebäckteilchen dann doch mal hart geworden sind: „Einfach in der Mitte auseinanderbrechen, an die Lippen halten und kräftig dagegen pusten – schon sind sie wieder frisch und weich.“  

 

Aber Vorsicht, es besteht Suchtgefahr!

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