Mit Fährmann Norbert Lukas an der Volkacher Mainschleife.

Über den Main

„Er ist kontaktfreudiger geworden“, sagt Vroni mit einem Lächeln im Gesicht. Norbert Lukas´ Ehefrau ist glücklich, dass ihr Mann, der gelernte Schlosser, vor acht Jahren Fährmann geworden ist. Seitdem tuckert er mit der ältesten Fähre an der Volkacher Mainschleife zwischen Fahr und Untereisenheim hin und her. Jeder im Ort kennt den Fährmann, der die 32 Personen, drei Pkw oder einen Lkw tragende Fähre steuert. 50 PS hat der 70 Jahre alte Koloss, der seit 1958 in Fahr ankert. Norbert Lukas ist ein ruhiger hilfsbereiter Zeitgenosse und trotz hohen Bekanntheitsgrades bescheiden geblieben. Wer ihn nach dem Weg oder einer Einkehrmöglichkeit fragt, bekommt spontan Auskunft.

 

Sein Arbeitstag beginnt, wenn der Nebel noch über dem Main hängt. 

 

Werktags ist der 57-Jährige um 6.15 Uhr auf der Fähre. Schwimmwesten und Rettungsringe werden kontrolliert. 15 Minuten später öffnet er die Schranke, die ersten Fahrzeuge rollen auf die schwimmende Brücke. Wer die Fähre nutzt, genießt nicht nur ihren nostalgischen Charme, sondern erspart sich die zwölf Kilometer Umweg und vor allem Zeit. Nur zwei Minuten dauert die Überfahrt. Um 8.30 Uhr stoppt der Fährmann die Maschinen. Zwischen 12 und 20 Uhr wiederholt sich das „Spiel“. Am Wochenende ist die Fähre von 9 bis 19 Uhr in Betrieb. 50 Arbeitsstunden pro Woche sind für Lukas keine Seltenheit und im Sommer bei 40 Grad Celsius im Führerhaus kein Zuckerschlecken. Nach Feierabend bleibt dann Zeit für die Nebenerwerbslandwirtschaft, den Spargelanbau und seine Weinberge. Ein echter Mainschleifler eben.

Auf der Fähre erlebt Norbert Lukas täglich jede Menge Überraschungen. Manchmal muss er recht außergewöhnliche Fahrgäste ans andere Ufer bringen. 

 

„Einmal waren das 15 Shetlandponys samt Reitern“, erinnert er sich. Die Vierbeiner brachten ihn gehörig ins Grübeln. „Ich musste ja abchecken, dass die Tiere bei der Überfahrt ruhig bleiben.“ Und Erfahrungen mit einer solch tierischen Ladung hatte er bislang nicht. Weil die Reiter ihre Ponys gut im Griff hatten, endete die Tour ohne Zwischenfall. Auf die Frage, welchen Fährpreis Pferde bezahlen müssen, meint Lukas mit ernster Miene: „Genauso viel wie Autos: einsfuffzig.“

 

Seit fünf Jahren chauffiert Lukas auch Liebespaare in den Hafen des Eheglücks. „Hochzeit auf der Fähre“ heißt das Motto solcher Aktionen, die zu den schönsten Seiten seines Berufs zählen. Wenn sich die Brautleute das Ja-Wort geben, dann gerät die Gefühlswelt des Fährmanns in Bewegung. „Mir kommen da die Tränen“, gibt er zu. Wenn er dann die Fähre den Hochzeitswalzer auf dem Main tanzen lässt, ist jedoch wieder Schluss mit Gefühlsduselei. Die Sicherheit seiner Fahrgäste hat immer oberstes Gebot. 

 

Fährmann ist halt ein verantwortungsvoller Job, aber auch ein erlebnisreicher. Wenn auch Sie einmal Gast auf Norbert Lukas‘ schwimmender Brücke seien möchten, kommen Sie doch an die Volkacher Mainschleife und setzen Sie mit dem Fährmann über. Er heißt Sie herzlich willkommen und erzählt Ihnen bestimmt eine weitere Anekdote aus seinem Fährmannleben.

Die Gastlichen Fünf

Marco Maiberger  - Geschäftsführer - 

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